Der Aufstieg des 'Vibe Coding' – bei dem Entwickler beschreiben, was sie wollen, und KI den Code generiert – hat die Ökonomie der Softwareentwicklung grundlegend verändert. Traditionell nutzten Teams etablierte Open-Source-Frameworks, weil das Schreiben von eigenem Code teuer und fehleranfällig war. Doch jetzt, da KI Boilerplate und sogar komplexe Logik schnell generieren kann, sind die Kosten für Eigenentwicklungen drastisch gesunken.
Diese Verschiebung erzwingt eine Neubewertung der Build-vs-Buy-Entscheidung. Wann sollte man weiterhin ein Framework verwenden, und wann ist es sinnvoll, eigenen Code zu schreiben? Die Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: der Reife und Stabilität des Frameworks, der strategischen Bedeutung der Funktion, der langfristigen Wartungslast und der Fähigkeit des Teams, eigenen Code zu unterstützen.
Für Standardfunktionen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, bleiben Frameworks die sicherere Wahl. Aber für differenzierende Fähigkeiten kann KI-gestützter eigener Code mehr Flexibilität und Kontrolle bieten, ohne den Overhead, sich an die Einschränkungen eines Frameworks anzupassen. Der Schlüssel ist, diese Entscheidung bewusst zu treffen und sowohl die unmittelbare Entwicklungsgeschwindigkeit als auch die langfristigen Gesamtbetriebskosten zu berücksichtigen.